Um Yang Taekwondo

4. Won-Hyo Hyong

(28. Bewegungen)

 

Diese Hyong ist nach dem berühmten koreanischen Mönch Wonhyo (617-686) benannt, der einer der maßgebenden Denker, Schriftsteller und Kommentatoren des koreanischen Buddhismus war. Wonhyo hat über 80 Bücher mit Kommentaren über die einflussreichsten Schriften des Mahayana-Buddhismus verfasst. Er wurde vor allem durch seine Eigenart bekannt, singend und tanzend durch die Straßen zu laufen. Eigentlich ist dieses Verhalten im Buddhismus verpönt, aber Wonhyo sah es als ein Mittel, um das Los aller empfindenden Wesen zu erleichtern und sie zur Erlösung zu führen. Sein Lebenslauf fiel in die Zeit der drei Königreiche Koreas, und er machte sich für die Verbreitung des Buddhismus im neu gegründeten Königreich Silla stark. Das Hauptereignis, das man mit Wonhyo verbindet, ist sein Erleuchtungserlebnis, welches ihn zur Aufnahme seiner Lehrtätigkeit bewegte. Verschieden Varianten dieser Geschichte unterscheiden sich aber im Grunde nicht hinsichtlich Wonhyos Erkenntnisse.

 

Der Mönch Wonhyo machte sich mit einem engen Freund nach China auf, um dort seine Studien des Buddhismus zu vertiefen.

 

Auf ihrem Weg durch das Königreiche Baekje gerieten sie in einen heftigen Sturm und suchten Unterschlupf in einem Unterstand, den sie für eine Höhle hielten. Beide Mönche legten sich schlafen, um den Morgen abzuwarten, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten, aber Wonhyo konnte nicht schlafen, da er so durstig war. Nachdem er in der Dunkelheit nach Trinkbarem gesucht hatte, fand er etwas, das er für einen mit Wasser gefüllten Kürbis hielt (die Verwendung von Kürbissen als Trinkgefäße waren in Asien verbreitet). Das kühle Wasser linderte seinen Durst, und er konnte einschlafen. Am nächsten Morgen bemerkten die beiden Mönche jedoch, dass sie nicht in einer Höhle, sondern in einer Grabkammer übernachtet hatten. Um sie herum lagen Gebeine und Schädel Verstorbener. Das Trinkgefäß, das Wonhyo für eine Kürbisflasche gehalten hatte, war jedoch ein mit Brackwasser gefüllter menschlicher Schädel. Ob dieser Erkenntnis musste sich Wonhyo heftig erbrechen.

 

Dieses Erlebnis führte zu seiner Erleuchtung, da er erkannte, welch unglaublich transformativen Einfluss das Bewusstsein auf die erlebte Realität hat. Mit dieser Erkenntnis brach er Reise und Mönchtum in dem Wissen ab, dass er bereits alles Entscheidende gelernt hatte, und begann als Laie den Buddhismus und sein eigenes Erleuchtungserlebnis zu lehren. Durch sein Erlebnis und seine darauf folgende Lehrtätigkeit wurde Wonyho ein beliebter koreanischer Volksheld und vielleicht der einflussreichste Geist im koreanischen Buddhimus.