Um Yang Taekwondo

9. Chung-Mu Hyong

(30. Bewegungen)

 

Chung-Mu war der Ehrentitel des Admirals Yi Sun-Sin (1545-1598). Neben seinen Leistungen als Kommandant der koreanischen Flotte ist Yi vor allem für die Wiederbelebung des Schildkrötenschiffs (kobuskson) 1592 bekannt. Das Schildkrötenschiff wird auch als Vorgänger des heutigen U-Boots bezeichnet. Es erhielt seinen Namen durch das abgedickte und mit Eisenstacheln gepanzerte Oberdeck. Der Zweck dieser Panzerung bestand in der Verteidigung gegen die japanischen Flotte, deren Angriffsstrategie hauptsächlich daraus bestand, das feindliche Schiff zu entern und deren Besatzung im Nahkampf zu besiegen. Da die japanischen Kriegsschiffe höhere Flanken als die koreanischen besaßen, war es ein Leichtes für die japanischen Matrosen, auf das kleinere Boot herabzuspringen. Die Stacheln auf dem Deck des Schildkötenschiffs sollten eben dies verhindern. Jeder herabspringende Matrose wäre aufgespießt worden. Zusätzlich zur Panzerung der Schiffe förderte Admiral Yi die Entwicklung der Kanonen, um der koreanischen Flotte einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Admiral Yi schlug mehrere japanische Invasionsversuche zwischen 1592 und 1598 zurück und wurde in keiner Schlacht besiegt. Insgesamt soll Admiral Yi an 23 Seeschlachten beteiligt gewesen sein.

 

Seinen vielleicht berühmtesten Sieg errang Yi in der Schlacht von Myongnyang, wo er mit 13 Kriegsschiffe eine Flotte von 333 japanischen Schiffen besiegte. Er gewann diese Schlacht dauch seine exzellente Taktik, indem er die japanische Flotte in die Meeresenge von Myongnyang lockte. Dort herrschten so starke Strömungen, dass jeweils nur ein einzelnes Schiff sicher einfahren konnte. Die Japaner waren mit den Gewässern nicht vertraut, und am Tag der Schlacht behinderte Nebel über dem Wasser die Sicht. Yi ließ schwere Eisenketten über die gesamte Breite der Meeresenge spannen, um die Beweglichkeit der japanischen Flotte zu behindern. So konnten die Japaner ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht zu ihrem Vorteil nutzen und die koreanischen Schiffe umzingeln. Letztendlich zog sich die japanische Flotte zurück, nachdem viele ihrer Schiffe zerstört worden waren. Dieser Sieg änderte den gesamten Kurs des Krieges mit Japan. Die bereitstehenden Bodentruppen, die Hanseong erstürmen sollten, waren von ihrem Nachschub abgeschnitten und mussten sich zurückziehen.

 

In der siegereichen Schlacht von Norynag erlag Admiral Yi am 16. Dezember 1598 einer Schussverletzung. Seine letzten Worte sind berühmt geworden, mit denen er seine Soldaten ermutigte weiterzukämpfen und seinen Tod nicht der Flotte mitzuteilen, bevor die Schlacht gewonnen war.

Admiral Yi hatte stets ein zwiespältiges Verhältnis zum koreanischen König Seonjo, der ihn mehrere Male aufgrund von Verleumdungen seiner Rivalen am Königshof und japanischer Spitzel degradieren, inhaftieren und foltern ließ. Trotz seiner Niederschläge und fehlender Anerkennung seines Patriotismus und Loyalität zu Lebzeiten gilt Admiral Yi als das größte Genie der koreanischen Marinegeschichte. Heute wird Yi für sein Genie, Durchhaltevermögen und Mut, seinen Intellekt, seine Selbstaufgabe und Loyalität zu seinem Land bewundert. Nach seinem Tode wurde der Admiral mit mehreren Ehrentiteln belegt, unteranderem dem Titel Chungmugong (Kriegs- und Treuefürst)

 

Die letze Bewegung der Chung-Mu-Hyong, ein Angriff mit der linken Faust, symbolisiert den tragischen Tod Admiral Yis.